Schnecken im Garten - Obst- und Gartenbauverein Dörfles-Esbach

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Schnecken im Garten



Schnecken bilden eine eigene Tierklasse (Gastropoda), deren Name (gaster = Bauch, podos = Fuß) daher rührt, dass ihre Bauch-seite mit einem muskulösen Auswuchs, dem sogenannten Fuß überzogen ist. Was aber diese Tiere für den Gartenbesitzer unangenehm macht, ist die Tatsache, dass Schne-cken eine Raspelzunge mit zahlreichen Zähnen zum Abschaben von Nahrung besitzen. Dazu kommt, dass die harten Zähnchen, wenn sie abgenutzt sind, vorne abgestoßen und hinten durch neue Zahnreihen ersetzt werden. Besonders ärgerlich ist diese Eigenschaft bei Schne-cken, die als Nahrungsquelle vorwiegend lebende Pflanzen nutzen. Dies trifft beispielsweise für hauslose Wegschnecken und die in den letzten Jahrzehnten von der Iberischen Halbinsel eingewanderte Spanische Wegschnecke zu. Um dieser Plage einigermaßen Herr zu werden, empfiehlt es sich, weitgehend auf natürliche Abwehrmethoden zurückzugreifen. Die sind eventuell arbeitsaufwendiger und teurer, lassen sich jedoch in das komplizierte ökologische Gefüge des eigenen Gartens gut integrieren. In jedem Fall muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein vollkommen schnecken-loser Garten nie zu verwirklichen ist.




Indirekte Abwehrmaßnahmen

Mit indirekten Maßnahmen können Schnecken zwar nicht umfassend bekämpft werden, aber man kann ihnen dadurch das Leben schwer machen und somit ihren Bestand verringern.

Platzwahl der Beete
Die Beete sollten einen freien, sonnigen Standort aufweisen. Das heißt, es muss ein ausreichender Abstand zu Kompostmieten, ungemähten Rasenflächen oder sonstigen Flächen mit schattigem, feuchtem Pflanzenbestand eingehalten werden.

Bodenbearbeitung

Die Bodenoberfläche ist immer fein krümelig zu halten, so dass keine tiefen Spalten und Hohlräume vorhanden sind, in denen Schnecken Eier ablegen könnten. Diese Maßnahme kann man auch durch leichtes Verdichten mit einer kleinen Walze unterstützen. Außerdem hilft häufiges Hacken und Rechen zur Verringerung des kapillaren Wassernachschubs, auf den die feuchtigkeitsliebenden Schnecken angewiesen sind. Darüber hinaus sollte man erst nach den ersten Frösten im Spätherbst eine tiefere Bodenbearbeitung durchführen, damit schon abgelegte Eier erfrieren.

Gießen

Nicht nur für die Schneckenabwehr, sondern auch aus Gründen des Pflanzenschutzes und des Wassersparens gilt, selten, dafür aber ausgiebig und durchdringend sowie nicht flächig, sondern in unmittelbarer Pflanzennähe z. B. mit Hilfe eines in den Boden eingelassenen Tontopfes zu gießen.

Mulchen

Als Mulch empfehlenswert ist nährstoffarmes, trockenes, scharfkantig gehäckseltes Material wie Stroh und Schilf, das von Schnecken trotz ihrer Schleimausscheidung nicht gerne überwunden wird. Man sollte maximal eine Schicht von 5 cm Höhe ausbringen und zwar erst nach Keimung oder Pflanzung spät im Frühjahr, um Unterschlupfmöglichkeiten für die Schnecken zu beseitigen. Aus dem selben Grund ist ein frühes Entfernen im Herbst angeraten.

Kompostanwendung

Aus dem Kompost sind beim Sieben und vor der Ausbringung Schnecken und deren Eiern - soweit erkennbar - zu entfernen. Auch von einer Ausbringung frischer Pflanzenabfälle auf Beete (Flächenkompostierung) sollte man Abstand nehmen und nur fertigen, gut ausgereiften Kompost in geringer Schichthöhe (2-3 mm) verwenden.

Förderung natürlicher Gegenspieler

Die Förderung natürlicher Gegenspieler nicht nur von Schnecken, sondern auch von anderen im Garten unerwünschten Tieren kann durch das Anlegen von Laub-, Reisig- und Steinhaufen, Holzstapeln, Hecken, Teichen und Nisthilfen erfolgen. Diese dienen als wichtige Bestandteile des Lebensraums für Hundertfüßer, Spinnen, Käfer, Kurzflügler, Kröten, Blindschleichen, Eidechsen, Vögel, Spitzmäuse und Igel, auf deren Speisekarte u. a. Schnecken stehen..

Feindpflanzen

Das Anlegen von Streifen so genannter "Feindpflanzen" (Aromapflanzen und Gewürzkräuter wie Thymian, Salbei, Pfefferminze) um schützenswerte Beete wird zwar häufig genannt, ist aber keine zuverlässige Abwehrmethode.

Förderung natürlicher Gegenspieler

Die Förderung natürlicher Gegenspieler nicht nur von Schnecken, sondern auch von anderen im Garten unerwünschten Tieren kann durch das Anlegen von Laub-, Reisig- und Steinhaufen, Holzstapeln, Hecken, Teichen und Nisthilfen erfolgen. Diese dienen als wichtige Bestandteile des Lebensraums für Hundertfüßer, Spinnen, Käfer, Kurzflügler, Kröten, Blindschleichen, Eidechsen, Vögel, Spitzmäuse und Igel, auf deren Speisekarte u. a. Schnecken stehen..

Direkte Abwehrmaßnahmen

Direkte Abwehrmaßnahmen zeigen teilweise eine sehr gute Wirkung, sind aber oftmals arbeitsintensiv und in manchen Fällen mit relativ hohen Kosten verbunden.

Absammeln

Die einfachste, dabei auch effektivste Art der Schneckenbekämpfung ist das Ab-sammeln - besonders lohnenswert bei feuchter Witterung und Dunkelheit. Das Tragen von Handschuhen ist empfehlenswert, da der Schleim unangenehm und nur schwer abzuwaschen ist. Die schnellste und schmerzloseste Methode zum Abtöten der Tiere ist das Übergießen mit kochendem Wasser, auf keinen Fall sollte man sie mit Salz bestreuen, da dies einen langsamen, qualvollen Tod zur Folge hat. Das Forttragen der gesammelten Schnecken zeitigt nur kurzfristig Erfolg, da Wegschnecken erstens weite Strecken zurücklegen und sich zweitens an der Abladestelle weiter vermehren können, von wo aus dann die nächste Invasion zu erwarten ist.

Köder und künstlicher Unterschlupf

Ein verbessertes, da "konzentriertes" Absammeln ist möglich durch das Angebot von Ködern, z. B. Tagetes, Gelbsenf, Löwenzahn, Kartoffelhälften, abgefallene Blütenblätter, Kleie, Hunde- und Katzenfutter. Auch Unterschlupfmöglichkeiten wie Bretter, Grasschnitt und große Blätter in möglichst großer Entfernung zu schützenswerten Gartenbereichen werden angenommen. Unabdingbare Voraussetzung dieser Maßnahmen ist ein regelmäßiges Kontrollieren und Absammeln der Schnecken. Als sehr wirksam erweist sich diese Abwehrmethode, wenn man sie schon vor dem eigentlichen Kulturbeginn auf den Beeten durchführt.

Schutzstreifen

Das Anlegen von Schutzstreifen aus bestimmten Materialien um Beete wird zwar auch sehr häufig empfohlen, weist aber einige Nachteile auf. So verlieren Säge- und Gesteinsmehl ihre Wirkung bei Nässe, Branntkalk führt zu einer starken Erhöhung des pH-Wertes, Holzasche kann eine Anreicherung mit Schwermetallen verursachen, zerkleinerte Eierschalen dürften im Allgemeinen nur in zu geringen Mengen verfügbar sein und Kalkstickstoff-Ausbringung stellt einen durch Freisetzung von Cyanamid unerwünscht massiven Eingriff dar, unter dem das ganze Bodenleben leidet.

Schneckenzaun

Als Schneckenzaun oder Schneckenschutzwall kommt verzinktes Blech oder Beton mit nach außen und unten abgewinkelter Oberkante zum Einsatz. Er ist mindestens 10 cm hoch und wird 10 cm tief in die Erde eingegraben. Eine Alternative sind Elektrozäune, an denen über eine kleine Batterie Spannung anliegt. Auf jeden Fall muss man vor der Umzäunung eines Beetes die darin vorhandenen Schnecken absammeln. Nachteile eines Schneckenzaunes sind die Kosten und die aufwendige Installation, so dass ein Zaun nur für ausgewählte Beete, nicht aber für den ganzen Garten in Betracht kommt.

Schneckenjauche

Zur Herstellung der Jauche sammelt man eine größere Menge an Schnecken (ca. 100), tötet sie im Eimer mit kochendem Wasser ab, deckt diesen dicht ab und lässt den Inhalt knapp 2 Wochen stehen und gären. Danach wird die Jauche verdünnt und in gefährdeten Gartenbereichen auf den Boden, nicht aber auf die Pflanzen ausgebracht.

Bierfalle

Als Bierfalle kann man Kunststoffbecher oder kleine Gläser im Boden versenken, so dass ein Rand von 1-2 cm über der Bodenoberfläche verbleibt, damit keine anderen Kleintiere hineinfallen können. Das Gefäß wird mit Bier oder billigem Wein gefüllt, aber nur so wenig, dass die Schnecken beim Versuch zu trinken hineinkriechen müssen. Am besten versieht man die Fallen mit Dächlein, um eine Verdünnung des Alkohols und ein Ansteigen des Füllstands durch Regen zu vermeiden. Die Fallen sollen in engen zeitlichen Abständen geleert und nachgefüllt werden.

Enten-, Hühnerhaltung

Eine gute Bekämpfung ist durch die Haltung von Geflügel möglich, da dieses nicht nur die Schnecken, sondern auch deren Eier frisst. Der Nachteil besteht darin, dass Geflügel eine artgerechte Unterkunft und Pflege benötigt und sich außerdem nicht nur über Schnecken, sondern unter Umständen auch über Pflanzen hermacht bzw. Schäden durch Scharren anrichtet.

Nematoden

Die gewerblich vermehrten Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) sind natürliche Parasiten von Schnecken. Das Nematoden-Präparat wird zu Gießwasser gegeben und auf den Boden gegossen. Die Parasiten dringen über die Atemöffnung in die Schnecke ein, setzen Bakterien frei, der Mantelschild der Schnecken schwillt an und nach wenigen Tagen stellen die befallenen Tiere die Fraßtätigkeit ein und sind innerhalb von 2 Wochen tot.

Chemisch-synthetische Mittel

Ferramol enthält einen natürlichen Wirkstoff (Eisen-III-Phosphat) mit guter, temperaturunabhängiger Wirksamkeit. Die Aufwandmenge liegt jedoch deutlich über der von herkömmlichem Schneckenkorn. Das Mittel ist quellfähig, zerfällt nicht bei Regen und anschließender Trockenheit und behält somit seine Wirkung. Die blaue Färbung dient als Abschreckung für Vögel. Die Ausbringung hat nicht breitwürfig, sondern nur zwischen die Kulturpflanzen zu erfolgen.

Herkömmliches Schneckenkorn weist die Wirkstoffe Methiocarb, Thiodicarb, Metaldehyd auf, deren Wirkung mit sinkender Temperatur nachlässt. Die Stoffe können zudem andere Tierarten wie Regenwürmer, Käfer und Igel gefährden, wobei jedoch letztere unrealistisch hohe Mengen aufnehmen müssten, um Schaden zu nehmen. Schneckenkorn sollte unter kleinen "Dächlein" ausgebracht werden, da es sich bei Regen auflöst.



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